Bunte Kuh & JUP stehen vor dem aus!

Im Jahr 2009 droht 47 Kinder- und Jugendeinrichtungen im Großbezirk
Berlin-Pankow das Aus. Betroffen sind davon auch die Jugendclubs Bunte Kuh
und JUP e.V. in Weißensee und Pankow. Dies bedeutet ganz konkret den
Wegbruch eines Großteils antifaschistischer und linker Arbeit im
Nordostberlin. Ohne Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Konzerte wird
Nordostberlin zu einer Wüste in Sachen linker Politik. Darum findet am
10.12. eine Demonstration für den Erhalt der freien Träger statt. Kommt
zur Demo!

Für eine starke alternative, linke Jugendkultur! Wir bleiben alle!

10. Dezember 2008 * Demo * 15.30 Uhr (pünktlich!) * U-Bhf. Eberswalderstraße
Abschlusskundgebung mit Elektrosoundsystem (FTP-Crew)

::: KURZÜBERBLICK :::

Die Mittel wurden jetzt übergangsweise bis zum März kommenden Jahres
genehmigt, allerdings ist die Zukunft der Einrichtungen von dem Punkt an
wieder sehr ungewiss. Der Bezirk befindet sich ab 2009 in Zwangsverwaltung
und die Entscheidungen über die Zukunft der Einrichtungen liegen in der
Hand des Berliner Senates. Forderungen an den Bezirk, wie in den
vergangenen Kämpfen um den Erhalt der Einrichtungen, sind damit obsolet.
Ab 2009 wird die Auseinandersetzung also mit dem Berliner Senat geführt
werden müssen. Ein hartes Brot, aber trotzdem gewährt uns der Zeitraum bis
März einen Handlungsspielraum.

Wir sind also auf jede Form der Unterstützung angewiesen. Oder anders
gesagt: wir möchten sie hiermit offensiv einfordern. Die antifaschistische
Bewegung im Berliner Nordosten hat sich in der Vergangenheit immer wieder
aktiv in die Kämpfe um den Erhalt von linken Freuräumen in ganz Berlin
eingebracht. Im Kampf gegen Neonazis oder Repression, seien es die
Antifaschist_Innen Andrea und Christian oder die Genossen, gegen die
zurzeit der MG-Prozess geführt wird: auf den wenigsten Veranstaltungen
haben die Menschen aus unserem Spektrum gefehlt. Dies ist also eine gute
Möglichkeit für Berliner Linke zu „Merci“ zu sagen.

Mit dem Wegfall der Bunten Kuh oder des JUP’s stirbt linke Politik in
vielen Bereichen des Berliner Nordostens. Beide Projekte entstanden Anfang
der 90er, als Reaktion auf den Leerstand, den Mangel an Jugendclubs und
den massiven Naziterror dieser Zeit. Und weil es ohne nun mal Düster
aussieht werden wir uns dagegen stellen.

Im Großbezirk Pankow hat sich ein breites Bündnis aus Einrichtungen im
Sozial-, Kinder- und Jugendbereich konstituiert, was für den 10. Dezember
eine Bündnisdemostration zur BVV-Pankow organisiert. Im „Pankower
Aktionsbündnis für Kinder und Jugendliche“ sind alle 47 Einrichtungen
vertreten. Außerdem erhielt es jetzt auch Unterstützung und Zulauf durch
soziale Einrichtungen, da eben auch gegen Einrichtungen Kürzungen
vorgesehen sind, die im Bereich „Migration“, „Frauen“ oder „Obdachlose“
aktiv sind. Für den 10. Dezember ist also mit einer großen Demonstration
zu rechnen, die auch eine starke Unterstützung durch die Bevölkerung
erhalten wird.

Wir werden auf Indymedia weiter über den Verlauf der Proteste berichten
und wollen an dieser Stelle noch mal den Aufruf für die Demonstration am
10.12.2008 dokumentieren.

::: AUFRUF ZUR DEMONSTRATION AM 10. DEZMBER 2008 :::

Wir stellen uns quer!
Keine Streichungen im Großbezirk Pankow -
Hände weg von den Kinder-, Jugend- und Sozialeinrichtungen!

Demonstration am 10. Dezember 2008:

Ab dem Jahr 2009 droht 47 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche im
Großbezirk Pankow das Aus!

Betroffen sind zurzeit alle Einrichtungen, die der Freien Trägerschaft
unterliegen. Da sich viele Einrichtungen im Bezirk auf diese Weise
finanzieren, würden die Kürzungen das Aus für eine hohe Zahl an Schüler-
und Jugendclubs, Werkstätten, Abenteuerspielplätzen und Kinderbauernhöfen
sowie Spielzentren bedeuten. Nicht nur für die 3.000 Kinder und
Jugendlichen, die die Einrichtungen täglich nutzen, ist dies ein harter
Schlag. Auch für werktätige
Elternteile sind die Anlaufpunkte und Betreuungsangebote für deren Kinder
eine enorme Entlastung. Außer den Jugendlichen und deren Familien ist noch
eine Vielzahl an Menschen von den Streichungsplänen betroffen, die
beispielsweise Obdachloseneinrichtungen, Frauenzentren oder
Beratungsangebote für MigrantInnen nutzen.

Die genannten Freien Träger erhalten vom Bezirk eine jährliche Förderung
von etwa 2 Millionen Euro. Bei einem Gesamthaushalt von 580 Millionen und
einem Defizit von 30 Millionen fallen diese Einsparungen allerdings kaum
ins Gewicht. Zumal es die einzigen Einsparungen sind, die der Bezirk
plant. Die Erfahrung zeigt, dass jeder bei der Kinder- und Jugendarbeit,
jeder bei der Vorsorge eingesparte Euro ein Vielfaches an Folgekosten
bedeutet für Einzelfallhilfen, Heimunterbringungen oder die
Jugendgerichtshilfe. Statt dass der Staat mehr in den Bau von
Jugendstrafvollzugsanstalten investiert, sollte das Geld in die sozialen
Bereiche fließen. Denn wer keine finanziellen Mittel für die Arbeit mit
den Jugendlichen zur Verfügung stellt, darf sich nicht über
„Jugendkriminalität“ und „Jugendgewalt“ beklagen.

Wir können nichts für die finanzielle Pleite des Großbezirkes Pankow und
wollen diese auch nicht ausbaden. Wir haben mit viel Eigeninitiative und
persönlichem Engagement in den letzten Jahren in Pankow soziale Netzwerke
geschaffen. Es sind Orte, an denen wir uns nach der Arbeit oder der Schule
treffen oder wo wir unseren Tag verbringen können. Viele der anfallenden
Kosten dafür haben wir in der Vergangenheit auch persönlich abgefedert.

Wir, das sind Jugendliche, Kinder und junge Erwachsene, das sind die
Eltern des Bezirks Pankow, das sind die SozialarbeiterInnen der
Einrichtungen. Wir haben einiges erreicht und werden uns dies nicht ohne
Weiteres nehmen lassen.

Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin wird aufgrund der
Vorlage des Senats von Berlin am 10. Dezember 2008 voraussichtlich eine
unbefristete Haushaltssperre für Pankow beschließen. Kommen die Pläne
durch, wird Pankow ab dem neuen Jahr zu einem Brachland im Bereich Jugend
und Soziales. Damit stehen wir nicht allein. So streiten auch die
Bibliotheken im Bezirk um ihre Existenz. Wir sind daher auf jede Hilfe
angewiesen – gerade auch von denen, die jetzt noch nicht betroffen sind.
Denn die Streichung der Freien Träger ist nur der erste Schritt
für die Kürzung von Bereichen, die jetzt noch nicht betroffen sind.

Kommt darum am 10. Dezember 2008, dem Tag der Abstimmung, mit uns auf die
Straße, um für den sofortigen Stopp aller geplanten Kürzungsprogramme zu
demonstrieren.

Seid kreativ und denkt euch was aus. Bastelt Schilder und Transparente,
bringt Instrumente und Soundsystems mit!

10. Dezember 2008 * Demo * 15.30 Uhr * U-Bhf. Eberswalderstraße
Abschlusskundgebung: 17.00 Uhr * BVV-Fröbelstraße

Vor der BVV wird es noch ein Elektro-Sounsytsem geben.
Dank an dieser Stelle an die FTP-Crew * http://www.myspace.com/ftp_culture

::: WEITERE INFORMATIONEN :::

findet ihr hier:
http://www.aktionsbuendnis-pankow.de
http://www.nea.antifa.de


2 Antworten auf “Bunte Kuh & JUP stehen vor dem aus!”


  1. 1 Das Aktionsbuendnis im Netz « Pankower Aktionsbuendnis für Kinder und Jugendliche Pingback am 07. Dezember 2008 um 23:53 Uhr
  2. 2 Demontration in Pankow ein Erfolg! « Wir bleiben Alle! Pingback am 11. Dezember 2008 um 18:00 Uhr
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