Erneute Hausbesetzung in Münster

Die Grevener Straße ist überall! – Und wieder eine Hausbesetzung in Münster…

Am Freitag, den 12. Juni 2009 wurde in Münster ein leerstehendes Bürogebäude am Hafen gegenüber des „Kreativkais“ (neben dem Speicher) besetzt. In diesem Haus soll in nächster Zeit ein Soziales Zentrum aufgebaut werden.

Was bisher geschah

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten fehlt ein Soziales Zentrum in Münster immer noch. Alle Versuche der letzten Jahre einen solchen Raum aufzubauen, wurden jedoch von der kommunalen Politik zerstört: Die im Jahr 2000 besetzte Uppenbergschule, in der ein Zentrum realisiert wurde, wurde nach sechs Wochen geräumt und direkt abgerissen. Trotz angeblichen Handlungsbedarfs lag das Gelände danach neun Jahre brach. Die Versprechungen der Politik nach einem geeigneten Ersatzobjekt zu suchen, wurden bis heute nicht eingehalten: Die Übergangslösung, das Ladenlokal „Versetzt“ in der Grevener Straße 53, wurde im März diesen Jahres nach fast dreimonatiger Besetzung abgerissen. Auch die Anfrage im Stadtrat ein konkretes Objekt, wie den Lindenhof an der Promenade, als Soziales Zentrum nutzen zu können, endete mit dessen unmittelbarem Abriss. Bis heute ist auch diese Fläche ungenutzt.

Unsoziale Stadtpolitik

Diese Ereignisse spiegeln die unsoziale Politik der Stadt Münster wider. Eine Politik, die sich hauptsächlich an den Besserverdienenden orientiert und kein Interesse an unkommerziellen Projekten hat. Sozialer Wohnraum wird immer weiter in die Randbezirke verdrängt, was sich jüngst im Konflikt um die Grevener Straße zeigt. Eine zunehmende Kommerzialisierung des städtischen Lebens ist zum Beispiel am neuen Erscheinungsbild des Hafens zu sehen. Angesichts dieser einseitigen Entwicklungen halten wir ein Soziales Zentrum für umso notwendiger.

Wir bleiben!

Das Gebäude am Hafen würde bis zur Umgestaltung der anderen Hafenseite noch mindestens zwei Jahre ungenutzt bleiben. Deshalb wurde es nun besetzt. Allerdings wird es als Übergangslösung betrachet, da die Vorstellungen der BesetzerInnen von einem Sozialen Zentrum aufgrund der Größe auch hier nur teilweise umsetzbar sind. Das Haus ist im Besitz der Stadtwerke, die ein Tochterunternehmen der Stadt Münster sind. Von der Stadt wird gefordert, der Nutzung zuzustimmen, bis sie ihr Versprechen, ein angemessenes Objekt zur Verfügung zu stellen, wirklich umsetzt.

Das Programm und weitere Infos findet ihr unter www.besetzt.de.ms. Kommt vorbei, der diesjährige Sommerurlaub kann hier in Münster verbracht werden.

Solidarische Grüße auch an die Freiraumwochen-AktivistInnen in Berlin und viele Grüße an die ErfurterInnen: One struggle one fight! Lasst euch von der Räumung nicht unterkriegen! Bernd das Brot ziert den münsteraner Hafen!