(Berlin) Donnerstag, 17.09.2009 13.00 Uhr Aktionstag „Die Krise findet Stadt – Wir übernehmen den Laden“

Abdankung der Senatorin für Stadtentwicklung. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages des Bündnisses „Wir zahlen nicht für eure Krise“ findet heute eine Aktions-Kundgebung vor der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung statt. Wir werden Frau Junge-Reyer, stellvertretend verantwortlich für eine verfehlte Stadtpolitik von oben, dazu veranlassen abzudanken und wir werden den Laden selber übernehmen. Für eine transparente Stadtpolitik, die die Interessen derjenigen vertritt die hier wohnen. Gegen Privatisierungen, Mieterhöhungen und Gentrifizierung. Für kosten- und voraussetzungslosen Zugang zu öffentlichen Gütern wie Wohnen und Naherholung, Strom und Wasser, Bus und Bahn, Kultur, Bildung und Freizeit. „Right to the city! Die Stadt gehört uns allen!“ Ort: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Fehrbelliner Platz.

Hier der Aufruf von „Wir bleiben Alle“

Aufruf zur Aktion: „Die Krise findet Stadt“

Die Krise findet Stadt – und wenn die Krise Stadt findet sagen wir: die Krise ist kein plötzlich auftretendes Phänomen, sondern ist schon länger da. Denn die Krise ist der Kapitalismus selbst und die herrschenden Verhältnisse an sich! Privatisierung von Wohnraum nach wirtschaftlichen Interessen, steigende Mieten und die daraus folgende Verdrängung einkommensschwacher Menschen aus dem Innenstadtraum sind nicht etwa konkrete Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise, sondern Faktoren, die dem ständigen streben nach höheren Profiten folgen. Somit ist die aktuell stattfindende Verschärfung der Wohnsituation vieler Menschen ein dem Kapitalismus immanentes Problem. Aktionen, die die Stadtpolitik betreffen, müssen sich darum nicht nur gegen diese selbst, sondern immer auch gegen den Kapitalismus an sich richten.

Der Kapitalismus findet Stadt:

wenn Menschen, die ihre Miete nicht bezahlen können oder wollen dazu gezwungen sind, ihr soziales Umfeld zu verlassen, weil ihre Wohnungen zu teuer geworden sind.
wenn alte Menschen in ihren Wohnungen verwahrlosen, weil sie sich altersgerechte Wohnungen nicht leisten können.
wo Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht leben müssen, da sie eine größere Wohnung nicht bezahlen können und gleichzeitig Einzelpersonen riesige Villen bewohnen
wo Flüchtlinge in Lagern unter krank machenden hygienischen Bedingungen leben müssen
wo Häuser leer stehen und gleichzeitig Menschen auf der Straße leben und Wohnungen oder ganze Häuser gewaltsam geräumt werden.
wo ganze Stadtteile hochglanzsaniert werden und Menschen aus den Innenstädten vertrieben werden, wenn sie nicht in das konsumorientierte „schön und reich“ Stadtbild passen.
wo öffentliche Räume zunehmend überwacht und privatisiert werden.
wo Privateigentum an erster Stelle steht und dadurch Kapitalinteressen mehr zählen als das Wohlergehen der Menschen allgemein.

Wir, als kollektive Wohn- und Kulturprojekte, versuchen diesem Herrschaftssystem etwas entgegenzusetzen, indem wir solidarisch und emanzipatorisch den Ort an dem wir leben gemeinschaftlich selbst gestalten und unser Leben selbst organisieren. Dazu gehören für uns auch öffentliche Räume ohne konstruierten Konsumzwang und möglichst frei von jeder Art der Diskriminierung und Unterdrückung. Orte, an denen sich Menschen treffen, vernetzen und organisieren können. Auch wenn dies nur ein kleiner Schritt ist, ist es für uns ein Anfang und wenn es auch nicht immer leicht ist und wir oft weit entfernt von unseren Zielen sind. Wir werden weiter kämpfen für unsere Freiräume, Träume und das was viele von uns ihr zu Hause nennen. Wir lassen uns nicht vertreiben – wir bleiben und zwar alle! Deshalb lasst uns am 17.09. mit einziehen in den Senat für Stadtentwicklung, um dieser Farce ein Ende zu setzten!

Denn es ändert sich nichts, wenn ein_e Senator_in abdankt und durch eine andere Person dieses oder jenes Amt bekleidet wird! Dieses System wird sich nur dann ändern wenn Menschen selbst anfangen ihr Leben zu gestalten, sich selbst zu organisieren und sich zur Wehr setzen, gegen ein System, welches des Menschen Feind ist und doch von ihm gemacht und deshalb vom Menschen ebenso veränderbar.

Bringt Möbel, Umzugskartons, Kaffee und Ideen zur Selbstgestaltung dieser Stadt mit – wir übernehmen den Laden. Für eine Struktur, die an den Bedürfnissen der Menschen orientiert ist und von ihnen selbst bestimmt ist.

www.wba.blogsport.de
www.kapitalismuskrise.org


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