Protokoll WBA Antisexismus VV 27.02.2010

VV-Protokoll vom 27.02.2010

[Anmerkung: Liebe Leute die die Protokolle der Gruppen geschrieben haben: Es wäre super, wenn ihr uns die zumailen könntet…]

TOPS:

I) Sexismus in der Szene
II) Organisatorisches

I) Sexismus in der Szene


Kurze Runde mit der Frage was mensch sich vorgestellt hat oder warum mensch zur heutigen VV gekommen ist:

    was ist sexismus damals/heute

    Brunnenstr.183, wie konnte es dazu kommen, was ist genau vorgefallen, wie wurde damit umgegangen, wie könnte mensch jetzt damit umgehen…..

    wie gehen wir mit Sexismus um ? Awareness-group?

    sexismus nicht mehr als persönliches Problem zwischen den Involvierten sehen sondern als politisches, kollektives Problem anerkennen..

    Handlungsmöglichkeiten

    keine Toleranz mehr für Leute , die bekannter weise sexistische grenzüberschreitungen oder gewalt ausgeübt haben aus der szene

    support und zusammenhalt zwischen Frauen zum Thema sexismus

    wie kann mensch die „stigmatisierung verhindern?

    “Rising antisexist fundamentalism?!“

Es wurden klein Gruppen gebildet , die sich mit den folgenden themen befasst haben:

    1.Brunnenstr.was ist passiert, wie war der Umgang, wie sollen wir jetzt damit umgehen?
    2.was ist sexismus?
    3.wieso privat und nicht politisch ( umgang mit sexismus)
    4.Handlungsstrategien / umgang unter Frauen beim Thema Sexismus
    5.problems with antisexist/antisexism or their methods ? Rising antisexist fundamentalism?


Zu Gruppe 1:

    Protokoll fehlt noch


Zu Gruppe 2:

    Zusamenfassung der Diskussion in der Kleingruppe

    Sexismus, Theorie und Praxis
    auf der VV
    (bitte weiterschreiben oder ändern, von denen, die in dieser Kleingruppe waren)

    Sexismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einem Geschlecht, d.h. stereotype Merkmalszuschreibungen für Männer und Frauen.
    In der kapitalistischen gesellschaftlichen Praxis sind Männer privilegiert, also im kapitalistischen Sinne bevorteilt.
    Im Kapitalismus, der generell als diskriminierendes System funktioniert, d.h. die Diskriminierung anderer Völker, sozialer Gruppen, ethnischer Gruppen usw. usf.
    ist die Diskriminierung der Frau durch den Mann systemimanent, d.h. zum Fortbestand des Kapitalismus zwingend notwenig.
    Diese Tatsache äußert sich darin, dass das Männliche (in seiner kapitalistischen Prägung) als das Normale, die gesellschaftliche Norm prägende erscheint, das nennen wir auch Patriarchat.
    Die gesellschaftlich bedingte Rolle der Frau, als Mutter, als vom Mann Abhängige in der Institution der bürgerlichen Ehe oder als Prostituierte manifestiert die Grundstruktur einer Gesellschaft, in der die Arbeits- und Rollenteilung als durch die Organisation von entfremdeter Arbeit abgeleitete Entfremdung des Menschen (Männer und Frauen) von seinen Lebensbedingungen und von seinen Bedürfnissen erscheint. Gleichzeitig ist aber genau diese kapitalistische Form auch die Bewegungsform, in der zunächst einmal Bedürfnisse überhaupt befriedigt werden können. Und daher kommt es auch, dass innerhalb der patriarchen Strukturen die Beteiligten eine gewisse Zufriedenheit und Verteidigung ihrer Geschlechterstereotypen leben,
    das nennt man dann eine kulturell bedingte, institutionell verankerte und individuell verinnerlichte Rollenzuweisung.
    Darum ist ein politischer Befreiungskampf auch an einen emanzipatorischen Geschlechterkampf gebunden.

    Es verwundert darum nicht, dass der Sexismus zunächst einmal von der Frauenbewegung thematisiert und sich als Emanzipation der Frau vom Mann darstellte.
    Parallel dazu hat im Sozialismus eine vornehmlich männlich herrschende Staatsführung die strukturellen Momente der geschlechtlichen Arbeitsteilung (Berufstätigkeit der Frau, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Kinderbetreuung, Abschaffung der Prostitution, Überwindung der bürgerlichen Ehe) verändert, ohne den emanzipatorischen Momenten genügend Beachtung zu schenken. Der Feminismus im Westen und die Rolle der Frau im Osten sind zwei parallele Entwicklungsmomente im Antisexismus.

    Heute sehen wir die Überwindung des Sexismus in der Aufhebung kapitalistischer Strukturen und der damit verbundenen tradiierten (heißt traditionellen und noch etwas mehr) Rollenverhalten, weil Männer wie Frauen in diesem Rollenverhalten verhaftet und unfrei sind. Aktuell gibt es ein Rollback in diesem tradiierten Rollenverhalten, z.B. Hartz IV hat die Abhängigkeit der Frau durch die sogenannten Bedarfsgemeinschaft in eine sklavenähnliche Form gebracht. (frau nimmt lover mit und der darf dann gleich ihre Bälger mitfinanzieren, wenn am nächsten morgen die aufseher des jobcenters kontrollen machen, ob hier nicht eine bedarfsgemeinschaft vorliegt und sie damit als sexarbeiterin degradiert….eingeführt wurde das hartziv-gesetz übrigens von politikern, die sich damit rühmen, an der sexuellen revolution beteiligt gewesen zu sein…)

    Auf dem Weg zur Überwindung kapitalistischer Strukturen leben wir aber jetzt schon in Freiräumen, die wir antisexsistisch gestalten.

    „Wenn wir es nicht schaffen, mit 30 Leuten herrschaftsfrei und antisexistisch zu leben….“
    Darum müssen wir uns auch innerhalb unserer eigenen Strukturen damit auseinander setzen, inwiefern wir traditionelle Arbeitsteilungen und Rollenzuschreibungen
    fortführen und reproduzieren. Antisexismus darf aber nicht dazu führen, dass wir aus Angst vor Bewertungen jedem Lebensgefühl entsagen (eh alter, nackter Oberkörper, das ist doch sexistisch, wie du rumläufst… Klar, wenn papi zu hause immer rumgeschrien hat und mami immer kurz vor den tränen war, dass dann Kommunikation mit macht und angst zusamenfällt…)
    Eine antisexistische Praxis, muß nach den Bedingungen fragen, unter denen wir uns einrichten und offen für Kommunikation sein. Denn jede Situation kann man unterschiedlich bewerten. Hier dem Sexismus ein Antisexismus entgegenzusetzen, der sich auf feste Normen beruft, würde im Grunde die Fortführung des Patriarchats bedeuten. An die Stelle des „das Männliche (unter kapitalistischen Bedingungen) ist normal“ kann weder „das Weibliche (unter kapitalistischen Bedingungen) ist normal“ treten, aber auch nicht „das Asexuelle ist normal“
    Darum lasst uns miteinander reflektieren ohne zu bewerten, kritisch die eigenen Arbeitsteilungen und Kommunikationsformen ansehen ohne unsere Lust auf den Zeitpunkt nach der Abschaffung des Kapitalismus zu vertrösten. Wenn es eine Kraft gibt, die an die Stelle des Kapitalismus ein besseres Gesellschaftssystem setzt, kann die nicht lustfeindlich sein, Lust und Leidenschaft worauf auch immer…

Zu Gruppe 3:

    Protokoll fehlt noch

Zu Gruppe 4:

    -keine kleinen Elite- Gruppen, die sich mit der auseinandersetzung im Falle von sexistischen grenzüberschreitungen beschäftigen, sondern alle sollen sich angesprochen fühlen
    -hin zur Gesamtverantwortung
    -Täter-Opfer arbeit

    Möglicher Umgang durch:
    eine( WBA unter gruppe) Gruppe, die ein Grundkonzept erstellt, davon , was sexismus ist, und wie mensch in verschiedenen situationen damit umgehen könnte, und sich dann anbietet , bei sexistischen grenzüberschreitungen eine moderation oder supervision zu machen, oder dies zumindest koordiniert

    präventionsarbeit: kleine Gruppen, die zu Projekten oder Einrichtungen geht, und eine Auseinandersetzung mit dem Thema fordert, mit einem zuvor erstellten Grundkonzept…

    mehr Plakate (zb „no means no“), mehr plakate mit konkreten beispielen, auf partys vorher klar machen was geht und was nicht, sprich die no gos und deren sanktionen, Djs /bands aufklären, das keine sexistische musik gespielt werden soll, und dies auch öffentlich machen, um antisexistische atmoshäre zu schaffen

    Reflektion von gebürtigen Männern in ihrer Rolle als Mann, bzw. ihrer männlichen sozialisation

    mehr öffentlich machen, was so szene intern passiert, oder regelmässige updates, wenn was bei partys etc passiert, wie wurde damit umgegangen, wie könnte mensch es besser machen

Zu Gruppe 5:

    Hat sich nicht gebildet


II) Organisatorisches

    Intersquat Festival: Die VV gibt ihr generelles GO. Geplant ist ein europaweites Kunst- und Kulturfestival. Politische Inhalte können wir natürlich (mit)bestimmen. Alles weitere über separate Treffen, die über die Liste angekündigt werden!

    Bödi9: Räumung angekündigt. Alles weitere Face to Face. Öffentliche Infos über Website.

    L14: Donnerstag 05.03. 19h Festivalnachbereitungstreffen

    L14: Runder Tisch geht weiter, Kontakt zur WBM läuft, Verhandlungen sollen auf Senatsebene gebracht werden

    Schnarup: Probleme siehe Flyer, Klärung über AVV

    Squat Tempelhof: hatten eine Theoriefahrt, es gibt bald eine Anwohner_innenbroschüre, Aktionstag 8.5., Antifa und sonstige Gruppen sollen sich beteiligen, Kontakt über email, öffentliche Infoveranstaltung am 17.3.

    Gruppe Vosifa: Open Air Festival geplant im Berliner Nordosten, 11./12.6. dann Workshopwoche , soll Spektrenübergreifend sei,

    Kommando Rhino Freiburg: 16./17.3. Kulturtage in Freiburg

    Finnland: 17./18.4. Besetzungstage

    Barcelona: Juli Squatter Meeting, Vernetzung, WBA könnte ja da sein

    Laurynas: kommt im Mai raus und sucht ein Projekt, in dem er WOhnen kann. Schreibt ihm!

    Antifa Vernetzungstreffen wegen angegriffenen Projekten: Kubiz, war im Kubiz, ist demnächst wieder in der Scherer8, es wird eine Plakat und Flyer Kampagne geben. WBA unterstützt diese und ruft auch mit auf. Weitere Details über Internet AG

    Nächstes Arbeitsgruppen treffen am freitag dem 5.03, alle menschen die die besprochenen themen vertiefen wollen oder arbeitsgruppen dazu machen wollen können sich hier vernetzten…


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