Quelle: squatgw.blogsport.de
Gegendarstellung der Besetzer_innen aus Geringswalde zu dem Artikel der „Freien Presse“ am 12.3.
Wir als Gruppe der Besetzer_Innen möchten eine Gegendarstellung zu den Zeitungsberichten der „Freien Presse“ vom Freitag, den 12.März 2010, hiermit veröffentlichen. In der Freien Presse war unter der Überschrift „Großfamilie zittert wegen Hausbesetzung“ zu lesen, dass die Familie Honisch das besetzte Gebäude kaufen will. Wir wollen als erstes klarstellen, dass wir der Familie das Haus nicht streitig machen wollen oder Ähnliches. Des Weiteren haben wir uns mit der Familie unterhalten und haben erfahren, dass keinerlei Kenntnisse zum aktuellen Zustand des Objektes haben. Wir haben eine Besichtigung angeboten um der Familie eben diesen Zustand auf zu zeigen. Als erstes fragen wir uns, wie Mensch ein Haus kaufen will, welches man eine Woche vorher immer noch nicht von innen angesehen hat und auch keine Informationen zum Zustand des Hauses besitzt. Dies ist kein Vorwurf, lediglich eine Feststellung. Als Bewohner des Hauses fragen wir uns als nächstes, wo die Großfamilie hätte wohnen wollen? Das Haus ist ein Rohbau, fast eine Ruine. Es ist keineswegs ab dem 1. April zu beziehen, denn es fehlen Stromleitungen, Wasserleitungen und auch Heizmöglichkeiten. Des Weiteren fehlen komplette Fenster und vor allen Dingen Sanitärmöglichkeiten. Es sind wenige Räume vorhanden, eher sehr große Hallen. Ob dieses Haus in dem jetzigen Zustand der richtige Ort für eine Familie mit 8 Kindern und einem Neugeborenem, steht unserer Meinung nach außer Frage. Die Familie würde ganz klar vor dem Nichts stehen, dem ist eine riesige Arbeit verbunden, dass Haus bewohnbar zu machen und vor allem kindersicher zu gestalten. Unserer Meinung nach machen diese ganzen Haus Defizite den Einzug in diesem Jahr scheinbar unmöglich!
Diese Gegenstellung war nötig, weil der Artikel den Eindruck aufkommen lies, dass wir somit eine Familie vor die Tür setzen, was keines Falls in unserem Interesse liegt. Fakt ist, dass dieses Haus nicht bewohnbar ist und wenn es die Besetzung nicht gegeben hätte, die Familie das Gebäude nicht am 1. April hätte beziehen können.
Abschließen möchten wir uns mit der Familie Honisch solidarisieren, welche unserer Meinung nach Opfer von geldgierigen Kapitalisten geworden ist, die Geld über die Bedürfnisse eines Menschen stellen und mit dem Leid anderer Profite erwirtschaften. Genau diese Verhältnisse sind es, die es anzugreifen gilt. Um ihnen ein klares Konzept entgegen zu bringen. Dies funktioniert durch Solidarität und direkte Hilfe. Deswegen bieten wir der Familie Hilfe bei der Wohnungssuche, bzw. Haussuche an, um zu verhindern dass die Familie auf der Straße sitzt, und nicht wieder geldgierigen Immobilien Verbrechen ausgenutzt wird!
Solidarität ist eine Waffe!
Kapitalismus tötet!
Hier der Text aus der Freien Presse von 12. März 2010. Geschrieben von Marion Gründler. Quelle: http://freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/MITTELSACHSEN/ROCHLITZ/1699310.php
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