Samstag, 17.4., 15h, Heinrichplatz: Kundgebung und Demonstration

Für alle Menschen die nicht zur Freiraum-Demo nach Erfurt fahren:

Umsonstladen statt Yuppie-Bar am Heinrichplatz! Steigende Mieten stoppen! Polizeigewalt gemeinsam entgegentreten! [Flyer]

Samstag, 17.04. // 15 Uhr // Heinrichplatz (vor dem ehemaligen Cafe Jenseits)

In den letzten Jahren sind die Mieten in der berliner Innenstadt explodiert. Nirgendwo in Berlin müssen die Menschen einen so hohen Anteil ihres Einkommens für Miete aufbringen wie in Kreuzberg. Und wer heute seine Wohnung in Kreuzberg verliert, muss, sofern er oder sie kein hohes Einkommen besitzt, davon ausgehen, dass er oder sie in Kreuzberg keine bezahlbare Wohnung mehr finden wird.

Während die Mieten für Wohnungen explodieren und immer mehr Menschen mit geringen Einkommen den Kiez verlassen müssen, ändert sich auch die Gewerbestruktur. Alteingesessene Betriebe mit Angeboten, die auch für Menschen mit wenig Geld erschwinglich waren, können sich die gestiegenen Mieten nicht mehr leisten, und werden zugunsten von teuren Geschäften und Restaurants, die sich an eine Kundschaft mit hohem Einkommen wenden und auch entsprechend mehr Miete zahlen können, verdrängt. Während vor einigen Jahren die Gewerbemieten in der Oranienstrasse in der Regel noch unter 20 Euro pro m² lagen, hat für ebenfalls am Heinrichplatz gelegene freie Flächen der Kaffeehaus-Konzern Starbucks kürzlich angeboten, 40 Euro pro m² zu zahlen. Wenn sich solche Mieten für Gewerbeflächen in Oranienstrasse und Umgebung durchsetzen, werden ein grosser Teil der heute existierenden Läden und Gewerbe zur Aufgabe erzwungen sein und durch entsprechend schickere und teurere Läden verdrängt werden.

Nach vielen Jahren musste Ende letzten Jahres auch das günstige und bekannte Cafe „Jenseits“ am Heinrichplatz aufgeben, nachdem der Eigentümer des Hauses die Miete verdoppelt hatte. Seitdem werden die Räume durch die Immobilienfirma „Mähren-Immobilien“ zur Vermietung angeboten: 3.000 Euro Kaltmiete für 80 m² und Monat, das sind fast 40 Euro pro m² und Monat. Während wir immer mehr Geld für die Miete ausgeben müssen, bleibt immer weniger zum Leben. Wir brauchen und wollen kein weiteres Luxus-Cafe am Heinrichplatz, sondern einen Laden, der uns hilft, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und der gleichzeitig ein Ort ist, wo sich auch Menschen mit wenig Geld aufhalten können: zum Nachdenken, Reden, Schachspielen, Rumhängen, und natürlich auch um gemeinsam Pläne zu schmieden, wie wir die derzeitige Entwicklung, wo einige reiche Menschen immer reicher und viele Menschen immer ärmer werden, stoppen und umkehren können.

Wir treffen uns am Samstag, den 17.04.10, um 15 Uhr am Heinrichplatz, um gemeinsam gegen die steigenden Wohnungs-Mieten in Kreuzberg 36 und die Verdrängung von alteingesessenen Gewerbebetrieben zu demonstrieren. Bereits am letzten Samstag wurde das ehemalige Cafe Jenseits besetzt und hier ein Umsonstladen eingerichtet. Obwohl dem Hausbesitzer angeboten wurde, Betriebskosten zu zahlen, wurde das Projekt nach wenigen Stunden durch einen brutalen Polizeieinsatz zerstört. Doch wir geben nicht auf: Umsonstladen statt Yuppie-Bar am Heinrichplatz – jetzt erst recht! Billige Mieten statt hohe Profite für die Immobilien-Besitzer! Polizeigewalt gemeinsam entgegentreten!

Anwohnerinnen und Anwohner aus Kreuzberg 36 und ihre Freundinnen und Freunde
Mehr Informationen: Tel. 01578/ 721 07 77

Wir bleiben Alle!