[Oschersleben] Bericht zur „ALGE bleibt“-Demo

Quelle: Indymedia

Am 28. August demonstrierten etwa 100 Menschen unter dem Motto „ALGE bleibt!“ für den Erhalt des alternativen Wohnprojekts Alge e.V. in Oschersleben. Die friedliche Demonstration dauerte ungefährt zwei Stunden und zog dabei nahezu durch das gesamte Stadtgebiet.
Während der Demo kam es außerdem zu Neonaziprovokationen, auf die jedoch nicht näher eingegangen wurde. So versuchten zum Beispiel zwei Nazis, aus einer Privatwohnung an der Demoroute heraus, die Demonstrationsteilnehmer durch Pöbeleien zu provozieren und abzufilmen. Außerdem zeigten sie den verbotenen „Hitlergruß“, die Polizei beließ es offenbar beim Filmen der Aktion.

Mit dieser Demonstration wurde den Entscheidungsträgern noch einmal deutlich gemacht, dass es noch Menschen gibt, die sich für den Erhalt von autonomen Frei- und damit auch Schutzräumen einsetzen.
Es konnten außerdem viele Bürger durch das Verteilen von Flyern über das Anliegen der Demonstranten informiert werden, desweiteren gab es zwei Zwischenkundgebungen.
Auch die Polizei hielt sich an diesem Tag mit direkten Provokationen erfreulicherweise zurück, wenn auch die Außenseiten des Demozuges von Polizeiketten flankiert waren und nahezu die komplette Demonstration von einem Kamerawagen abgefilmt wurde.

Vor der Tür versuchte ein betrunkener Nazi eine Flasche auf die Demoteilnehmer zu werfen, was ihm jedoch misslang. Beim darauffolgenden Gerangel wurden zwei Antifaschisten in Gewahrsam genommen.
Die Nazis zeigten am Abend noch einmal „Präsenz“, indem sie einen Böller vor dem Alge-Gelände zündeten und mit einem Auto „flüchteten“. Der Rest des Abends konnte mit veganer VoKü, Musik und guter Stimmung ausklingen.

Hier noch einmal der Demoaufruf:

„Die Alge in Oschersleben ist ein nun schon seit 10 Jahren bestehendes alternatives Projekt in der Börde in Sachsen-Anhalt. Sie bietet den einzigen antifaschistischen Schutzraum auf der Strecke von Magdeburg nach Halberstadt.
Auf dem Gelände des Alge e.V. ist mensch nicht nur vor faschistischen und rassistischen Übergriffen sicher, sondern auch vor allen anderen Arten von Diskriminierung wie z.B.: Sexsimus oder Homophobie. In der Alge können sich junge Menschen frei nach ihrem Belieben entfalten, bei den verschiedensten Beschäftigungen wie Billard oder Dart, proben mit einer eigenen Band, Infoveranstaltungen anschauen und sich selbst einbringen, Konzerte besuchen oder alternativ auf dem Gelände wohnen und leben und sich und seine Umwelt dabei kreativ selbst gestalten.
Nun steht die Alge vor dem Aus, die Bewohner_innen bald auf der Straße und die Besucher_innen ohne Anlaufstelle in der Gegend da. So sind all diese Menschen, die sich einen alternativen und autonomen Rückzugsort vor 10 Jahren geschaffen haben nun wieder der monotonen und perspektivlosen Gegend und Gesellschaft ausgeliefert.
Wir wollen euch mit diesem Aufruf dazu aufordern, dem entgegenzutreten und mit gemeinsamer Kraft für den Erhalt des Vereins Alge in Oschersleben zu kämpfen, auch wenn es sich dabei vielleicht nicht mehr um den jetzigen Standort der Alge in der Magdeburger Straße 36 handelt. Wir sind für ein libertäres und alternatives Wohn- und Lebensprojekt in Oschersleben und überall und wollen uns ein solches schaffen. Ein Projekt in dem Menschen, egal welcher Religion, Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung, friedlich und abseits des „normalen“ Alltags zusammen leben und ihre Zeit verbringen können, wo Infoveranstaltungen, Proberäume, Schlafplätze oder Konzerte für jeden offen stehen.
Wir fordern auf dieser Freiraumdemo den Erhalt eines alternativen Projekts in Oschersleben, ein alternatives Wohnen in Oschersleben und dass der A.L.G.E. e.V. bleibt.
Für ein alternatives und autonomes Projekt in Oschersleben und überall!
A.L.G.E. BLEIBT!!!“