Quelle: Indymedia
Lange Zeit war es relativ ruhig um die KØPI. Der Abschluss des 30-Jahres-Vertrages vor gut zwei Jahren (siehe: http://de.indymedia.org/2008/03/209981.shtml), als krönender Abschluss einer gewaltigen und vielfältigen Solidaritäts-Kampagne(siehe z.B.: http://de.indymedia.org/2007/06/184499.shtml), hat dem Projekt etwas Zeit zum Durchatmen gegeben.
Nun soll die KÖPI offenbar erneut zwangsversteigert werden.Für heute hatte sich jedenfalls zunächst einmal ein Gutachter angekündigt, um den Marktwert neu festzulegen…
Schon vormittags hatten sich etwa 60 Bewohner_innen und Unterstützer_innen zum kollektiven Frühstück im wunderschönen KØPI-Hof getroffen. Um kurz nach 13 Uhr kam dann tatsächlich der Gutachter Herr X. in Begleitung einer weiteren Person. Freundlich,aber bestimmt wurde ihm der Zugang verwehrt und er wurde darüber aufgeklärt, dass es sich hier um ein unverkäufliches Stück Risikokapital handelt. Er musste sich den Tatsachen stellen und betonte zugleich, dass er ja selber nur ein kleiner Fisch sei, der nur seine Arbeit täte. Nachdem er fürs Protokoll festhielt, dass er von Sympathisant_innen des Hauses am Zutritt gehindert wurde und betont wurde, dass es langjährige Mietverträge gibt, hat das Paar nach wenigen Minuten den Rücktritt angetreten. Es gibt zwar bisher noch keinen festen Termin, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Versteigerung in den kommenden drei Monaten stattfinden wird. Haltet die Augen und Ohren offen!
Eines steht jetzt schon fest und wurde heute auch dem gesandten Gutachter deutlich mitgeteilt:
KØPI ist und bleibt RISIKOKAPITAL und Investoren verbrennen sich hier die Finger!!
Hier der offizielle KØPI-Text:
3, 2, 1 … KÖPI !?!
oder: wie sich die Commerzbank in die Scheisse setzte
Die Köpi existiert seit über 20 Jahren, mal ging es besser mal schlechter, vieles hat sich getan und vieles wird sich weiterhin tun.
In verschiedenen Kollektiven wird gesiebdruckt, diskutiert, gefeiert, gestritten, Sport gemacht, Kampagnen geschmiedet
und mit den eigenen inneren Widersprüchen gekämpft. Diese Bandbreite an Aktivitäten, zwischen links über linksradikal
bis autonom anarchistisch, macht die Köpi zu dem was sie ist – ein Ort der Subkultur und der politischen Auseinandersetzung.
Was alle Projekte in der Köpi eint ist nicht nur die Adresse, sondern der bewusste Verzicht auf Gewinne und „Commerz“.
Entscheidungen werden im Konsensprinzip gefällt und ein hierarchiefreies Miteinander wird angestrebt.
Projekte wie die Köpi scheinen jedoch in dieser Zeit nicht mehr ins „schicke Stadtbild“ zu passen. Während in vielen Teilen der Stadt
die Gentrifizierung voll im Gange ist, die Mieten steigen und die Parks und Strassen immer sauberer und kontrollierter werden,
lief es um uns herum ehger schleppend an. Durch den zumindest teilweise erfolgreichen Widerstand gegen Media-Spree
und dank der Finanz- und Immobilienkrise konnten wir ein wenig Luft holen. Aber mittlerweile schweben um uns herum die Baukräne wie Geier.
Ein Glaskasten entsteht neben dem Nächsten und die Nachbar_Innen, die Mensch hier noch kennt, kannste an einer Hand abzählen.In dieser Stadt wird stückchenweise alles was nicht konsumier- und verwertbar ist zerstört und verdrängt.
…und siehe da, jetzt ist es wieder soweit: Die Köpi soll versteigert werden!
Kennen wa schon:
Seit ca. 15 Jahren ist die Commerzbank Gläubiger der wechselnden Eigentümer. In dieser Zeit versuchte sie durch mehrere Zwangsversteigerungen der Köpi an Kohle zu kommen. Bisher erfolglos, denn die Köpi ist und bleibt Risikokapital!
Immer Dank einer breiten Unterstützung und vieler solidarischer Aktionen.
Wir wollen nicht der letzte Pickel auf der Maske einer sauberen Hochglanzstadt sein. Vergessen wir nicht all die vielen Menschen
und Projekte die um ihre Existenz kämpfen.
Es geht nicht nur um die Köpi, sondern um die Verteidigung unkommerziellen und unkontrollierbaren Lebens und Handelns.
Kapitalismus ist angreifbar!
Commerzbank in die Insolvenz treiben!
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