Neubesetzung in Darmstadt

Quelle: Indymedia

In der Nacht vom 24.09. auf den 25.09. wurde das zuvor leer stehende Haus in der Heidelberger Str. 148 in Darmstadt besetzt. Wir wollen durch die Besetzung des Gebäudes neuen Wohnraum erschließen, einen Raum für alternative Kultur und politische Arbeit schaffen und somit die herrschenden Eigentumsverhältnisse praktisch kritisieren.

Gerade gefunden…

Heidelberger Str. 148 besetzt!

aller Kürze:
# Momentan ist im Haus eine Party, also kommt einfach vorbei! Wie ihr am besten hinkommt ist hier beschrieben (am besten auch lesen, wenn ihr wisst wo das ist)
# Je mehr Leute im Haus sind, um so besser – besonders am frühen Morgen. Deswegen wär’s gut, wenn möglichst viele Leute im Haus pennen. Schnappt euch also am besten noch ’ne Decke oder ’nen Schlafsack, bevor ihr vorbeikommt.
# Es sind rund um die Uhr Leute wach und ihr könnt jederzeit ins Haus kommen.
# Wenn geräumt wird, gibt’s ’ne Demo am kommenden Donnerstag gegen 19:00 Uhr. Den Treffpunkt erfahrt ihr im Fall der Fälle auf dieser Homepage.
# Am 16.10. gibt’s so oder so eine Demo für Linke Zentren in Darmstadt. Merkt euch den Termin schon mal vor.

In der Nacht vom 24.09. auf den 25.09. wurde das zuvor leer stehende Haus in der Heidelberger Str. 148 in Darmstadt besetzt. Wir wollen durch die Besetzung des Gebäudes neuen Wohnraum erschließen, einen Raum für alternative Kultur und politische Arbeit schaffen und somit die herrschenden Eigentumsverhältnisse praktisch kritisieren.

Es hat sich seit der letzten Besetzung Anfang Juni in Darmstadt nichts verbessert. Noch immer stehen etwa 12% der städtischen Wohnungen leer. Auch die damals besetzte Neckarstraße 5 wird bisher nicht genutzt. In der verstrichenen Zeit hätten wir den ungenutzten Raum sinnvoll als Ort für alternative Diskussionen, Vorträge, Workshops, Vokü, Filme, Party, etc. verwenden können.

Aber stattdessen wurden wir telefonischen zu Verhandlungen mit der Stadt, vertreten durch den Jugend- und Sozialdezernenten Jochen Partsch, eingeladen. Diese brachten keine Ergebnisse, außer der Behauptung, dass es in Darmstadt keine leer stehenden Häuser gäbe, die Eigentum der Stadt Darmstadt seien.

Wir gehen diesen Schritt auch, da vielen Kultureinrichtungen in Darmstadt, wie zum Beispiel den Jugendzentren, die Gelder gekürzt werden, welche wiederum beim Bau von Prestigebauten, wie zum Beispiel dem Darmstadtium, Karo 5 oder Projekten wie der ICE-Trasse, zum Fenster herausgeschmissen werden. Wir, die Besetzer_Innen, dulden dieses Desinteresse nicht länger und ziehen hiermit unsere Konsequenzen.

Was wir mit der Aktion definitiv nicht wollen ist, die lokale Politik als falsch, unintelligent oder irgendwie moralisch verwerflich darzustellen. Dass die Stadtverwaltung so handelt wie sie handelt hat gute Gründe, auch wenn die Folgen das Leben der Menschen verschlechtern. Immerhin ist eine Stadt auch nur ein Wirtschaftsstandort und so muss auch die Stadtverwaltung so entscheiden, wie es ökonomisch sinnvoll zu sein scheint, und nicht, wie es den Bedürfnissen der Menschen entspräche. So funktioniert nun einmal die grundlegende Struktur dieser Gesellschaft. Dass die Probleme strukturell bedingt sind und nicht auf individuelle Fehler zurückzuführen sind, zeigt sich schon daran, dass die Probleme nahezu überall die gleichen sind, egal ob man in andere Städte oder auf eine bundesweite oder globale Ebene schaut. Vorrang haben immer ökonomische Interessen und nicht menschliche Bedürfnisse. Deswegen wenden wir uns auch nicht mit Appellen an die Politik, sondern handeln selbst und stellen diese Strukturen grundsätzlich in Frage.

Bei Interesse sind wir auf unserem alten Infotelefon unter 0178-1746205 zu erreichen.


1 Antwort auf “Neubesetzung in Darmstadt”


  1. 1 stadtnachrichten montag 27 september « from town to town Pingback am 27. September 2010 um 14:03 Uhr
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