Hausbesetzung in Reinickendorf

Am 02.02.2011 wurde die Liebig 14 geräumt. Dies war bei weitem nicht das erste zerstörte Hausprojekt. Auch die Brunnen 183 und dutzende weitere Häuser mussten inzwischen der „Aufwertung“ weichen. Viele weitere Projekte, wie der Schokoladen, der am 22.02.12 geräumt werden soll, sind akut räumungsbedroht. Diese Häuser stellen für uns nicht nur einen Treffpunkt dar, in dem wir gemeinsam gemütliche Stunden verbringen, sondern auch ein Zuhause, in dem wir alternative Lebensmodelle umsetzen können. Für höhere Mieteinnahmen werden diese Träume zerstört. Jeder Angriff auf ein Hausprojekt ist ein Angriff auf das schöne Leben.

Während CDU und SPD öffentlich das Kultursterben beweinen, treiben sie die investor_innenfreundliche Stadtentwicklung mit aller Brutalität voran. In den letzten Jahren ist dieser Prozess immer aggressiver geworden. Er trifft nicht mehr nur Szenekieze wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain, sondern auch bisher verschonte Randbezirke.

In ganz Berlin sind die Mieten drastisch gestiegen.

Um diese Missstände anzugreifen, haben wir heute, am Jahrestag der Liebig-Räumung, die „Alte Wäscherei“ in Reinickendorf besetzt.
Wir sind der Meinung, dass leerstehende Häuser gemeinschaftlich und selbstorganisiert von Menschen genutzt werden sollten. Gerade der Bezirk Reinickendorf, in dem bislang kein offen besetztes Haus existierte, ist ein alternativer Raum längst überfällig. Wir wollen mit dieser Aktion alle Menschen in Reinickendorf und ganz Berlin sensibilisieren und auffordern, die Probleme selbst in die Hand zu nehmen.

Wir werden die Zerstörung unserer Häuser, Ideen und Träume nicht länger hinnehmen. Die offene Kampfansage, die der Senat mit jeder Räumung ausspricht, wird nicht unbeantwortet bleiben. Solange Eigentumsinteressen schwerer wiegen als ein gutes Leben für alle Menschen, werden wir unseren Widerstand fortführen.

Liebig 14 – Never Rest in Peace!Die Stadt gehört uns!

Autonome Gruppen aus dem Berliner Norden