Prag – erneuter Besetzugsversuch Miladas

Erneuter Besetzungsversuch des vor 3 Jahren geräumten Squats Milada in Prag.
Am Samstag, den 30.06.2012 versammelten sich am Nachmittag ca. 100 Menschen vor dem ehemals 11 Jahre lang besetzten Haus Milada, um an die Räumung am selben Datum vor 3 Jahren zu erinnern und ebenso zu demonstrieren, dass die brutale Räumung weder vergessen noch vergeben ist.

Seit der Räumung am 30.06.2009 steht das damals von dem zur Räumung ageheuerten, zum Teil aus Neonazis zusammengesetzten Security-Teams stark demolierte Haus immernoch leer. Inzwischen ist Milada im Besitz der Karlsuniversität. Diese wiederum vermietet das Haus an den seit 3 Jahren gleich gebliebenen Privatmieter. Kümmern tut sich jedoch keiner der „Verantwortlichen“ um das langsam weiter verfallende Haus.

Am Samstag, 30.06.2012 wurde, als die Hitze das sonnigen Sommertages etwas abnahm zwischen den riesigen 2 Studentenwohnheimen, in denen 2.000 Studenten wohnen, Fußball und Volleyball gespielt. Es gab leckeres, veganes Essen von ‚Food not Bombs‘, Musik und Getränke. Das gemütliche Zusammensein wurde nur ab und zu durch einige von Studenten aus den Fenstern der Hochhäuser geworfene Gegenstände versucht zu stören.

Gegen 21 Uhr begab sich schließlich eine Gruppe von etwa 40 Menschen in das Haus Milada, um dort ein Konzert zu veranstalten und so dem Haus nach langen 3 Jahren endlich wieder einbisschen Leben zu geben.
Vor dem Haus spielte eine Samba-Band und es wurde Soja gegrillt, während drinnen alles aufgebaut wurde. Ebenso wurden an der Fassade Transparente mit der Aufschrift „We love Milada“ (Wir lieben Milada) und „3 roky a dost!“ (3 Jahre und genug!) angebracht. Zunächst wurde von der Polizei, die mit einem Auto in der Nähe present war nichts zur Kenntnis genommen. Bald jedoch rückte Verstärkung an und der Mieter des sonst ungenutzten Hauses kam hinzu. Die Band fing an zu spielen und die Besucher des Konzerts wurden von der Polizei aufgefordert das Haus zu verlassen. Es wurde versucht mit der Polizei darüber zu verhandeln, das Haus nach der Party freiwillig wieder zu verlassen, wenn die Personenfeststellung unterlassen würde. Erst sah es so aus, als würden Polizei und Hausmieter dies so annehmen. Nachdem sich um ca. 23:45 Uhr einige Menschen aus dem in der Zwischenzeit verbarrikadierten Haus nochmals zur Kommunikation auf den Balkon im obersten Geschoss begaben, hieß es seitens der Polizei, das Haus müsse bis 24 Uhr verlassen werden. Wenn dieser Aufforderung nicht gefolgt würde, werde geräumt. Dies wurde seitens der Menschen im Haus nicht akzeptiert.

Etwa eine Stunde später fing eine Hundertschaft Riotpigs an, gewaltsam in das Haus einzudringen. Sie schlugen einige Wände von außen ein, um sich einen Eingang zu schaffen. Im Haus wurden Gas und Schockgranaten eingesetzt und den Menschen im Haus wurde physische Gewalt von der Polizei zugefügt.
Vier Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Alle sich im Haus befindenden Personen trugen Verletzungen davon, im Haus wurde wahllos auf sie eingeprügelt. Laut Polizei soll es auch 2 Verletzte ihrerseits gegeben haben.

Etwa 10 Menschen konnten sich aufs Dach retten, die restlichen etwa 30 und 2 sich außerhalb des Hauses befindenen Menschen wurden festgenommen und in verschiedenen Polizeistationen über ganz Prag verteilt bis zum nächsten Morgen festgehalten. Während des Transports wurde ihnen zum Teil weitere physische und psychische Gewalt von der Polizei zugefügt.

Trotz starken Gewitters in den frühen Morgenstunden und tropischen Temperaturen tagsüber hielten sich die letzten der Hausbesetzer auf dem Dach. Die Polizei sah keinen Weg, sie ohne Lebensgefahr herunter zu bekommen.
Eine Person legte sich kurz unter das Dach, um sich auszuruhen und wurde ebenfalls festgenommen. Am Abend des 01.07.2012 gegen 19 Uhr erklärten sich die letzten 7 Menschen auf dem Dach bereit, das Haus zu verlassen, wenn man ihnen das Herausräumen und Mitnehmen der ins Haus gebrachten Dinge, wie z.B. Generator und Bandequipment gewähre.
Dies wurde sitens der Polizei angenommen.
Allerdings war das meißte dieser Dinge von der Polizei bereits zerstört worden. So zum Beispiel Turntables, jede einzelne Schallplatte, Kombos, Gitarren, Laptop usw.

Die Menschen vom Dach wurden ebenfalls festgenommen und einige Stunden auf der Polizeistation festgehalten.
Die Festbekommenen bekamen alle Anzeigen wegen zivilen Ungehorsams.
Es wird mit einer baldigen Gerichtsverhalndlung gerechnet.

SOLIDARITY WITH THE SQUATTERS!
FOR MORE AUTONOMOUS SPACES!

Solidarity is our weapon…!