Wagenplatz „Rummelplatz“ – Aktuelles

Wagenplatz in der Friedenstraße besteht immer noch. >>> Liegenschaftsfonds stellt neue Räumungsfrist bis zum 31.07.2012. >>> Verhandlungen mit Bezirk Friedrichshain und Liegenschaftsfonds bisher keine zufriedenstellenden Fortschritte.

Der seit dem 2.07.2012 akut räumungsbedrohte Wagenplatz „Rummelplatz“ in Berlin- Friedrichshain besteht noch immer. Am 2.07. sollte die Übergabe des beräumten Grundstücks an den Liegenschaftsfonds stattfinden. Die Wagengruppe sah jedoch keine Alternative zum derzeitigen Stellplatz und blieb. Aktuelle Verhandlungen mit dem Bezirk Friedrichshain und Lifo über das Bleiben des Platzes am momentanen Ort oder über ein adäquates Ersatzgelände führten bisher zu keinen Ergebnissen.
Der Bezirk befürwortet das Verbleiben auf dem jetzigen Platz, der Lifo jedoch will das Gelände verkaufen. Dieser sieht die Verantwortung beim Bezirk und droht über Rechtsanwälte mit Räumung.

Vor wenigen Tagen erhielten die Bewohner_innen des „Rummelplatzes“ ein Schreiben der „Thur Winkler Tappe, Partnerschaft von Rechtsanwälten“, mit Sitz in der Meineckestraße 26, 10719 Berlin, welches ans Tor getackert war. In diesem setzen sie eine erneute Räumungsfrist bis zum 31.07.2012. Außerdem heißt es: „Im Falle eines fruchtlosen Fristablaufs dürfte die Räumung des Grundstücks angezeigt sein.“

Solange sich jedoch keine Alternativlösung für den Wagenplatz zeigt, wird die Wagengruppe keine andere Wahl haben, als weiterhin auf ihrem jetzigen Standort stehen zu bleiben. Nach wie vor akzeptieren die Bewohner_innen die Verkaufspläne des Lifos für das Grundstück nicht als geeigneten Grund für einen erneuten Umzug. Schon gar nicht in Zeiten, in denen der Berliner Senat einerseits sich mit der kulturellen Vielfalt der Stadt rühmt, andererseits und gleichzeitig den Ausverkauf der Stadt und somit die Verdrängung von tausenden Menschen aus der Innenstadt vorantreibt.

Statt mit kultureller Vielfalt wird sich der Senat zukünftig wohl eher verstärkt mit vielfältigem Widerstand auseinandersetzen müssen. Denn Widerstand wird in allen Teilen der Stadt immer deutlicher. Immer mehr Menschen organisieren sich um gemeinsam ihren Protest und Widerstand zum Ausdruck zu bringen. Nicht nur selbstverwaltete Projekte oder Initiativen wie „Mediaspree versenken“ setzen sich immer wieder gegen die negativen Auswirkungen der aktuellen Stadtentwicklung zur Wehr. Auch von Zwangsumzügen betroffene Personen am Kottbusser Tor oder besetzende Senior_innen in Pankow zeigen aktuell, dass Widerstand wichtig und nötig ist.

Statt sich stillschweigend räumen zu lassen, haben sich die Bewohner_innen des „Rummelplatzes“ dazu entschieden ihre aktuelle Situation weiterhin in der Öffentlichkeit zu thematisieren und ihre Kritik am Missstand in dieser Stadt nach außen zu tragen. Der Liegenschaftsfonds, als Instrument des Senats, ist Teil dieses Missstandes.
Die Wagengruppe „Rummelplatz“ befürwortet aktuelle und vielfältige Protest- und Widerstandsaktivitäten gegen die Gentrifizierung. Sie sieht sich als Teil dieser Bewegung und ruft dazu auf solidarisch zu sein, mit allen sich gegen Verdrängung zur Wehr setzenden Einzelpersonen und Gruppen.

Die Situation um den „Rummelplatz“ bleibt akut. Entwicklungen in den Gesprächen mit Verantwortlichen der Bezirkspolitik bleiben abzuwarten.

Ausverkauf der Stadt? OHNE UNS!
Für eine soziale Stadt. Für mehr Freiräume. Für mehr Wagenplätze.

Keine Räumung vom „Rummelplatz“!
rummelplatz.blogsport.de