… Solibesuch mit Musik, Transpis, Volxküche, Zaunweben

Hausprojekt her, Schwarzer Kanal und Liebig 14 (Berlin) bleiben!! Neues Haus für das Brunnen 183 Hausprojekt. Augarten für alle!!
Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort…
Mit dieser noblen Geste öffnete Kaiser Josef II den Garten beim Augartenspitz für die Bevölkerung. Nach gut 200 Jahren übergibt der Landeshäupl den Garten den Wiener Sängerknaben, genauer gesagt, errichtet dort der Multimillionär Peter Pühringer, aus der Schatulle seiner Privatstiftung einen Konzertsaal. Der spendable Gönner der Hochkultur Pühringer gilt als einer der weltbesten Fondsmanager, ist Immobilienbesitzer und Gründer des Institut für Strategische Kapitalmarktforschung (in Wien). Dem gegenüber stehen eine Anzahl an Menschen, organisiert in verschieden BürgerInneninitativen usw. die dies verhindern wollen. Seit einiger Zeit halten diese den Augartenspitz besetzt, um so die Bauvorhaben zu verhindern. Jedoch die Situation ist schwierig. So veranlasste der Sängerknabenkapo Walter Nettig am 7. Oktober eine gewaltsame Räumung durch die Privatsheriffs des Securityunternehmens AUSEC. Die Polizei hielt sich zurück und beobachtete bloß diese „Amtsanmaßung“.
Privatinteresse vs. öffentliches Interesse. Diese Auseinandersetzung ist noch nicht entschieden.
Entschieden sind auch noch nicht zwei Wohnprojekte, denen ebenfalls unsere vollständige Solidarität gilt.
Am 13.11. haben die Leute vom Hausprojekt in der Liebigstraße 14, Berlin bei ihrem letzten Prozesstag gegen den Vertreter des Kinderschutzbundes ihre letzten 9 Mietverträge verloren. Dieser hat ganz eigennützig und auf sehr dubiose Art nun sämtliche Mietverträge dieses linken Wohn- und Kulturprojekts gekündigt. Die Absicht ist klar. Das Haus leer kriegen, sanieren und teuer am Wohnmarkt wieder verscherbeln.
Für die Leute in der Liebig 14 ist dieses Vorhaben kein Einzelfall. „Die Verdrängung von MieterInnen aus bezahlbaren Wohnraum passiert weiterhin in tausenden Mietshäusern. (…) Letztlich liegt das Problem in „der kapitalistischen Organisation des Wohnungsmarktes. Dieser ist nicht auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen, sondern auf den Profit der EigentümerInnen ausgerichtet.“
In einer ähnlichen Situation steht auch der seit 1989 existierende Wagenplatz Schwarzer Kanal, ebenfalls in Berlin. Auch diesem Projekt wurde der Mietervertrag mit 1. Jänner 2010 gekündigt. Die Tage dieses queeren Freiraums sind ohne Ersatzquartier oder politische Unterstützung von Seiten der Stadt gezählt. Dass diese nicht am Weiterbestand linker Projekte interessiert ist, zeigt die Räumung der Brunnen 183.
Am Mittwoch 25.11. kam es in Berlin auch zur Räumung des über 15 Jahre alten Hausprojekts in der Brunnenstraße 183. Mit einem Großaufgebot von 600 Einsatzkräften und einem Hubschrauber räumte die Polizei und das Sondereinsatzkommando (SEK), als Amtshilfe für den Gerichtsvollzieher das Haus.
Trotzdem die Bewohner/innen bereit waren, dass Haus zu kaufen, verweigerte der neue Eigentümer sich einem Verkauf und wie schon üblich war auch keine wirkliche Unterstützung von politischer Seite zu erwarten. Verantwortlich für diese Räumung ist der nicht nur der Neubesitzer und Passauer Arzt der auf einem Räumungstitel bestand, sondern auch der Berliner Senat und sein Liegenschaftsfond, welche weder einem Haustausch, Ersatzobjekten noch einer politischen Lösung zustimmten.
Unsere Unterstützung und Solidarität gilt allen Menschen und Kollektiven die für die Erhaltung ihrer Räume kämpfen. Denn ihre Räume sind jetzt schon ein Baustein jener Welt, in der wir leben wollen.
Genauso kämpft auch der Hausprojekt seit einigen Monaten nicht nur für „ihr Hausprojekt“, sondern zeigt auch auf, dass es in der Stadt Wien tausende von leeren Wohnungen gibt. Ihr Leerstand dient dazu den Mietpreis hoch zu halten und weiter nach oben zu treiben.
Die Gruppe Hausprojekt steht jedoch für ein radikal anderes Denken und Handeln.
Leerstand wird Instandbesetzt. Kollektives Leben versuchen anstatt sich vereinzeltet herumzuschlagen. Die Orte nicht unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit, sondern der Freiheit und Freiwilligkeit betrachten.
Wir fordern:
Alle sollen bleiben und das bekommen was sie wollen!