„United we stay“ – Selbstdarstellung

„United we stay“ ist ein Vernetzungstreffen für bedrohte Wohnprojekte in Berlin. Am Anfang gab es die Idee, die verschiedenen Wohnprojekte, die in ihrer Existenz bedroht sind, stärker miteinander zu vernetzen. Ziel sollte es sein, sich gegenseitig in den Kämpfen zu unterstützen, Wissen und Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam größere Vorhaben zu verwirklichen, als einzelne Projekte es könnten. Aus der Erfahrung, dass solche Vernetzungsversuche in der Vergangenheit immer wieder recht schnell eingeschlafen sind, entstand die Idee, gleich zum Anfang eine größere Sache zusammen zu starten: eine gemeinsame Demo, die nicht nur auf dem Papier für den Erhalt aller Wohnprojekte einsteht, sondern ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist. Wir erhofften uns davon, uns durch die gemeinsame Arbeit besser kennen zu lernen, die gegenseitige Solidarität, von der immer alle reden, aktiv zu leben, unsere Situation und Kritik in die Öffentlichkeit zu tragen und Druck von der Straße aufzubauen.
Die „United we stay“ – Demo im März 2009 war ein voller Erfolg: knapp 5000 Menschen demonstrierten gemeinsam mit unterschiedlichen Mitteln für den Erhalt selbstorganisierter Freiräume und gegen die neoliberale Stadtumstrukturierung.

Motiviert von diesem Erfolgserlebnis beschlossen wir, weiter zusammen zu arbeiten und uns auch nach der Demo wöchentlich zu treffen. Doch leider blieb diesem Vernetzungsversuch das Schicksal der vorherigen Versuche nicht erspart: mit der Zeit kamen immer weniger Menschen zu den Treffen, und wir schafften es nicht, weitere Vorhaben gemeinsam zu organisieren. Dies scheint unter anderem daran zu liegen, dass im Moment vier Wohnprojekte akut in ihrer Existenz bedroht sind und daher viel Energie in den jeweiligen Überlebenskampf ihrer Projekte stecken müssen. Die Bereitschaft von Wohnprojekten, denen gerade nicht das Wasser bis zum Hals steht, die Anderen tatkräftig zu unterstützen, ist meist leider ziemlich gering.

Trotzdem wollen wir das Treffen nicht vollständig aufgeben. Wir empfinden es immer noch als sinnvoll, sich zu treffen, sich gegenseitig über die aktuelle Situation auf dem Laufenden zu halten, Probleme und Erfahrungen einzelner Wohnprojekte gemeinsam zu besprechen, zu diskutieren, und sich im kleineren Maßstab gegenseitig zu unterstützen. Außerdem wollen wir die aktuellen Situationen der einzelnen Wohnprojekte an dieser Stelle für alle Interessierten leicht zugänglich bekannt machen.

Dafür treffen wir uns ab jetzt jeden ersten Freitag im Monat.

Bedrohte und nicht-bedrohte emanzipative, unkommerzielle Projekte sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen.

Vielleicht entsteht ja auch wieder die Dynamik, unseren Widerstand gemeinsamen auf die eine oder andere Weise auf die Straße zu tragen…