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Hintergründe zur Entstehung:
Unsere Protestpostkarte bzw. die Idee dazu entstand in Anlehnung an die Vorbilder zahlreicher NGOs wie Greenpeace oder Inkota. Gerade im Bezug auf das Thema Freiräume ist es jedoch eine eher ungewöhnliche Variante politische Forderungen zu stellen. Noch dazu erweckt sie auf den ersten Blick eher den Anschein einer Urlaubs- oder Ansichtskarte, ein kleines subversives Moment.

Natürlich ist uns der Erfolg bisheriger Postkartenaktionen, auch mit weitaus bürgerlicheren Forderungen bewusst: Nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Ebenfalls wissen wir, dass durch die Art einen oder mehrere „demokratisch gewählte“ Abgeordnete um etwas zu bitten, nur ein Machtverhältnis reproduziert wird, was wir grundsätzlich für abschaffungswürdig halten. Es ist uns ebenso wichtig klarzustellen, dass wir uns mit dieser populären, gesellschaftlich etablierten und akzeptierten Aktionsform nicht gegen andere Formen des Protestes, die sich an den Erhalt linker Freiräume richten, abgrenzen möchten. Da wir jedoch den richtigen Weg im falschen Ganzen auch nicht aufzeigen können, ist es zumindest der Versuch durch eine erste Auflage von 6000 Stk. und vllt. eine weitere öffentlich Druck aufzubauen, eine eindeutige Botschaft an staatliche Politik heranzutragen.

Unser erklärtes Primärziel ist es jedoch nicht Politiker oder andere Machthaber zu beschwichtigen, sondern durch das Verteilen der Postkarte andere Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Die Karte soll nur in einschlägigen Locations ausgelegt werden, wie dem M99 oder in den beiden Umsonstläden, ansonsten wird sie von uns, Helfer_innen und Freund_innen im persönlichen Gespräch übergeben. D.h. also die Postkarte ist quasi nur ein Aufhänger um eine Diskussion anzuzetteln, Freiräume ins Blickfeld zu rücken und im Bestfall die Karte aus Überzeugung abzuschicken. Es gibt viele „Bauchlinke“, die eine linke Attitüde über das Kreuz auf dem Wahlzettel, Anti-Nazi Patches und gute Musik definieren. Dass das bei weitem nicht alles ist wollen wir mit ihnen im Gespräch auseinandersetzen. Dass neben Nazi- freien Räumen ebenso Macker- freie, Polizei- freie und Kapitalismus- freie Räume existieren müssen, die mit Selbstbestimmung, Solidarität, Kreativität erfüllt sind -Freiräume – das wollen wir klarstellen.

Ursprünglich nur an den Käufer der Köpi gerichtet, wurde durch die anscheinende Rettung dieses Projekts und dem Bewusstsein der Gefährdung unzähliger weiterer Projekte der Adressat geändert: Der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses ist als Legislativorgan maßgeblich an der Gentrifizierungsmisere und dem Durchsetzen der Berliner Linie beteiligt bzw. besitzt zentrale Entscheidungskompetenzen.

Da uns persönlich keine finanziellen Lasten durch den Druck entstanden sind, kostet die Postkarte auch nichts. Wir wollen keine Almosen, keinen Solibeitrag, kein Mitleid, keine Anerkennung. Wir wollen, dass Leute darüber reflektieren, was ihnen Freiräume bedeuten, dass sie wenn sie sie unterstützen wollen sie selber aufsuchen und partizipieren, dass sie wenn ihnen die Protestform als unterstützungswürdig erscheint als Multiplikator für unsere Postkarte dienen.